Ein Land ohne Vision ist wie ein Georgier ohne Chatschapuri

Etwas ist in Batumi allgegenwärtig: Baustellen!

Egal auf welcher Straße man steht: Wenn der Blick sich nach oben richtet wird man einen Hochbausstelle entdecken. 30 Stockwerk-Appartment-Häuser sind hier keine Seltenheit. Aber auch anderer Stelle wird gebaut: Baulücken werden gefüllt, Geschäfte renoviert, Parks angelegt, Brücken errichtet, Kirchen gegründet und Krankenhäuser gebaut.

Während wir vom Flughafen im Landesinneren auf Landstraßen trotz zügiger Fahrweise gut zweieinhalb Stunden nach Batumi gebraucht haben, wird wohl die nächste Austauschgruppe die Strecke in der Hälfte der Zeit auf einer komplett neu gebauten Autobahn zurücklegen können.

Nördlich von Batumi wird eine ganze neue Stadt gebaut. Baugebiete sind verteilt und erste große Touristenattraktionen sind fertig. Das wiederum erscheint zuweilen etwas absurd. Mitten auf der grünen Wiese taucht plötzlich eine große Philharmonie auf. Drum herum sind tausende Parkplätze und ein fertig angelegter Musiker-Park. Etwas weiter findet man einen ganzen Freizeitpark mit Achterbahn, Horror-Haus und Riesenrad. Beide Orte sind fast menschenleer. Der streunende Hund auf dem leeren Parkplatz vor dem Haupteingang des Freizeitparks wirkt dabei fast schon surreal.

 

 

Warum das ganze, was für unsere „deutschen“ Augen teils etwas übertrieben oder fehl am Platze wirkt?

Die Einwohner von Batumi haben eine große Vision. Sie wollen ihre Region zu der Touristenmetropole am schwarzen Meer und auch darüber hinaus entwickeln. Immer wieder betont der Schulleiter Herr Anzor, dass wir die Region um Batumi in 10 Jahren nicht wiedererkennen werden.

Während bei uns in Deutschland so eine Entwicklung vielleicht noch nach der Wiedervereinigung zu beoachten war, so erscheint dies heute fast unmöglich. Hier in Georgien, in der Region Adscharien ist es noch möglich. Und die Einwohner von Batumi setzen große Hoffnung in diese Vision.

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