Bayrische Gemütlichkeit in Lido de Jesolo

Unser Hotel, in zweiter Reihe am Lido de Jesolo gelegen, bietet ein besonderes Ambiente. Es ist wohl dem bayrischen Besitzer zu zuschreiben, dass das Hotel im Erdgeschoss ein Bavaria Stüberl beherbergt.

Heute an unserem zweiten Abend ist die Stimmung am kochen. Der Wirt hat die bayrische „HouseBend“ eingeladen. So schallen nun bayrische und deutsche Schlager durch die Straßen des italienischen Ferienortes und in der Stüberl wird kräftig auf den Tischen gefeiert.

Um das Lokal sammelt sich ebenfalls eine Menschentraube…nur unsere norddeutschen Schüler lassen sich irgendwie nicht dafür begeistern…liegt es daran, dass wir den bayrisch typischen Konsum eines Mass verboten haben?

Trotz dieser Restriktion haben sich dann doch vereinzelt Schüler dazu hinreißen lassen, zumindest als Zaungäste der bayrischen Kultur zu schauen.

Auch wir sitzen hier auf der Hotelterrasse und fragen uns: Welchen Lehrer aus dem Kollegium hätten wir mitnehmen müssen, um jetzt auch dort mitzufeiern?

Alpenüberquerung im gefalteten Panorama-Modus

Nachdem unsere Busfahrer Christine und Andi uns im abendlichen norddeutschen Flachland abholten, konnten wir bei Sonnenaufgang schon das Alpenpanorama Österreichs und Italien genießen.

In der Zwischenzeit haben wir umfangreiche Feldstudien aufgestellt, um heraus zu finden, wie stark man den menschlichen Körper zusammenfalten kann, um diesen auf einer Liegefläche von 40x80cm betten zu können. Erste Zwischenergebnissen deuten auf signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern hin. Das Alter hingegen korreliert scheinbar nicht der allgemeinen menschlichen Faltbarkeit, sofern man Extremwerte (Frau Ruhner) nicht im Vorfeld eliminiert.

Auch die Qualität des Schlafs ist als unabhängige Variabel zu vernachlässigen, da die morgendliche Stimmung im Bus keinen signifikanten Unterschied zur Stimmung im Chemie-Unterricht in der 1. und 2. Stunde aufweist.

Hier hilft nur der vom Busfahrer Andi persönlich servierte Kaffee.

 

Ein Land ohne Vision ist wie ein Georgier ohne Chatschapuri

Etwas ist in Batumi allgegenwärtig: Baustellen!

Egal auf welcher Straße man steht: Wenn der Blick sich nach oben richtet wird man einen Hochbausstelle entdecken. 30 Stockwerk-Appartment-Häuser sind hier keine Seltenheit. Aber auch anderer Stelle wird gebaut: Baulücken werden gefüllt, Geschäfte renoviert, Parks angelegt, Brücken errichtet, Kirchen gegründet und Krankenhäuser gebaut.

Während wir vom Flughafen im Landesinneren auf Landstraßen trotz zügiger Fahrweise gut zweieinhalb Stunden nach Batumi gebraucht haben, wird wohl die nächste Austauschgruppe die Strecke in der Hälfte der Zeit auf einer komplett neu gebauten Autobahn zurücklegen können.

Nördlich von Batumi wird eine ganze neue Stadt gebaut. Baugebiete sind verteilt und erste große Touristenattraktionen sind fertig. Das wiederum erscheint zuweilen etwas absurd. Mitten auf der grünen Wiese taucht plötzlich eine große Philharmonie auf. Drum herum sind tausende Parkplätze und ein fertig angelegter Musiker-Park. Etwas weiter findet man einen ganzen Freizeitpark mit Achterbahn, Horror-Haus und Riesenrad. Beide Orte sind fast menschenleer. Der streunende Hund auf dem leeren Parkplatz vor dem Haupteingang des Freizeitparks wirkt dabei fast schon surreal.

 

 

Warum das ganze, was für unsere „deutschen“ Augen teils etwas übertrieben oder fehl am Platze wirkt?

Die Einwohner von Batumi haben eine große Vision. Sie wollen ihre Region zu der Touristenmetropole am schwarzen Meer und auch darüber hinaus entwickeln. Immer wieder betont der Schulleiter Herr Anzor, dass wir die Region um Batumi in 10 Jahren nicht wiedererkennen werden.

Während bei uns in Deutschland so eine Entwicklung vielleicht noch nach der Wiedervereinigung zu beoachten war, so erscheint dies heute fast unmöglich. Hier in Georgien, in der Region Adscharien ist es noch möglich. Und die Einwohner von Batumi setzen große Hoffnung in diese Vision.

Zum guten Hirten

Es wird wohl kaum einen Hirten geben, der seine Schafe besser beschützen würde, als dieser georgische Schaf-Händler.

kleine Anmerkung: Ich hätte das Foto nicht gemacht, wenn nicht mindestens eine Autotür zwischen uns gewesen wäre 😉

no retreat, no surrender

Neulich auf der Herren-Toilette im Hofbräu-Haus(!) in Batumi:

„no retreat, no surrender“

Wenn man in eine fremde Kultur eintaucht begegnen einem unbekannte und vielleicht auch schwere Situationen! Dann stellt sich die Frage: Weiche ich aus und ziehe mich zurück oder stelle ich mich der Herausforderung.

Wenn ich mich stelle, kann ich gewinnen oder verlieren. Wenn ich mich nicht stelle, habe ich die Chance verloren, gewinnen zu können.

 

Überwundene Grenzen überwinden

Einige kleine Schritte für die 9c, aber viele große Schritte für die Freiheit in Deutschland.

Heute sind wir im Schnellschritt durch die deutsche Geschichte gelaufen:

Reichstag

Brandenburger Tor

Holocaust Gedenkstätte

Deutsche Spionagemuseum

Mauergedenkstätte

Nochmal Brandenburger Tor

Nochmal Reichstag und Bundeskanzleramt

Berliner Hauptbahnhof

Ich frage mich als Lehrer, wie groß der Anteil der Schüler ist, die diese geschichtliche Zeitreise bewusst wahr genommen haben?

 

 

 

Es möge beginnen…

Hier berichten wir Euch von unserem Austausch zwischen der Euro 2000 Schule in Batumi in Georgien und der Bismarckschule Elmshorn in Deutschland.

Die 9c der Bismarckschule wird am 10. Mai 2018 nach Georgien aufbrechen und dort bis zum 18. Mai 2018 eintauchen in die georgische Kultur. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit unseren Gastgebern. Unsere Erlebnisse und unsere Eindrücke vom Leben in Batumi wollen wir hier gemeinsam mit unseren Austauschschülern festhalten.

Viel Spaß beim Entdecken!